Der Anschlag auf die Besucher der griechisch-orthodoxen Kirche des Heiligen Elias, die südlich der Altstadt von Damaskus gelegen ist, war der erste seit der Machtergreifung von  Ahmed Hussein al-Sharaa alias „Abu Muhammad al-Jaulani“ im Dezember 2024. Die Christinnen und Christen in Damaskus reagierten mit einer Mischung aus Bestürzung und Zorn. Die Toten wurden in weißen Särgen mit der Aufschrift „Märtyrer“ (Arabisch: shahid,  شَهيد), durch die Straßen getragen, womit ein Zeichen gesetzt wurde, dass die Bürgerinnen und Bürger Damaskus sich nicht einschüchtern lassen würden. Der Patriarch von Antiochien,  Johannes X. Jasidschi,  hielt eine Ansprache, in der er den Präsidenten al-Sharaa direkt ansprach und ihm mitteilte, dass seine Anteilnahme alleine nicht ausreiche. „Herr Präsident, ich wende mich an Sie: Rufen Sie diesen Tag nicht als Trauertag für uns, die Christen aus.  wir möchten nicht, dass jemand für uns trauert Rufen Sie stattdessen diesen Tag als Trauertag für die Regierung aus. Die Toten, so der Patriarch weiter, seien nicht einfach „Opfer“, sondern „wahrhafte Märtyrer“.

Die Reaktion auf den Anschlag lässt erkennen, wie tief verwurzelt Christen in Syrien, besonders in Damaskus, sind und wie sie mit großem Selbstbewusstsein auch gegenüber der Regierung ihre Rechte und Anliegen vertreten. 

Das digitale Netzwerk „Eastern Christians“ hat mittlerweile eine Spendenseite für notleidende und verfolgte Christen veröffentlicht: Stand with Christians in Syria and the Middle East

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