In der katholischen und evangelischen Tradition ist das Fasten vor Weihnachten mittlerweile nicht oder kaum noch bekannt. Stattdessen wird in den westlichen Kirchen eine rein geistige Einkehr und spirituelle Besinnung praktiziert. Gefastet wird hingegen in Vorbereitung auf die Osterzeit.

Doch das ursprüngliche Christentum kannte das Fasten vor Weihnachten und diese Tradition wird bis heute von der byzantinischen Kirche bewahrt und gelebt. Die Fastenzeit, die auch als Philippus-Fasten bekannt ist, dauert – wie auch das Fasten vor Ostern – 40 Tage und beginnt am 15. November. Es wird auf Fleisch, Milchprodukte, Eier und andere tierische Produkte verzichtet. Fisch ist lediglich an bestimmten Tagen erlaubt. 

Das Fasten soll die innere Einkehr auch physisch begleiten und durch die Abkehr von übermäßigen Genuss den Geist für die kommende Ankunft Jesus Christus öffnen.

Und so könnte es auch für den ein oder anderen Christen katholischer oder evangelischer Prägung eine durchaus interessante Erfahrung darstellen, sich dieser selbst auferlegten asketischen Schranken zu unterwerfen und die Weihnachtszeit nicht als Zeit der Völlerei und des süßen und herzhaften Genusses zu begreifen, sondern als Zeit der Abkehr von weltlichen Einflüssen und der Konzentration auf Spiritualität und Geistlichkeit. Und so kann das Fasten gerade in einer Welt, die von Konsum und Hedonismus geprägt ist, einen spirituellen Gegenwert leisten, der den Leib, den Geist und die Seele auf die Weihnachtszeit ganz anders vorbereiten kann, als Glühwein, Bratwurst und kandierte Früchte.

Quelle: eastern_christians (Instagram)
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