„Christ under the rubble“ war der Titel, die Dr. Munther Isaaq, damaliger Pastor der lutherischen Gemeinde zu Bethlehem, seiner Weihnachtspredigt im Dezember 2023 unter dem Eindruck der auf Gaza fallenden Bomben gab. Zu Ostern 2026 könnte man diesen Titel leider nicht nur wiederholen, sondern ihn sogar noch ausweiten: Nicht nur Gaza liegt in Trümmern, sondern auch große Teile des Südlibanon und auch im Iran suchen Angehörige ihre Liebsten unter den Überresten ihrer Häuser. Im Westjordanland werden palästinensische Einwohner von ihren Ländern vertrieben und ihr Eigentum beschlagnahmt oder zerstört. In Jerusalem sind die Straßen, die sonst zu Ostern voller Pilger sind, so gut wie leer. Kardinal Pizzaballa sagte in seiner Osteransprache, dass man in Jerusalem ein sehr „anderes und merkwürdiges“ (different and strange) Ostern erlebe, das ohne Zusammenkünfte und Menschen stattfinde. Es sei daher sehr schwierig, die Atmosphäre von Ostern zu spüren, die eigentlich voller Freude und feierlich sei. Im nicht weit von Jerusalem liegenden Gaza verbleiben noch etwa 1.000 Christinnen und Christen, die bereits das dritte Jahr in Folge Ostern in Trümmern feiern. Strom, Wasser und Lebensmittel, einschließlich Eier, die Teil der traditionellen Osterfeierlichkeiten sind, sind dort knapp. Zudem besuchen weniger Gläubige als üblich den Ostergottesdienst der katholischen Kirche in Gaza, weil auch Gemeindemitglieder aus Gaza geflohen sind (vgl. ‘Refuse to celebrate’: Christians in Gaza mark sombre Easter amid genocide | Israel-Palestine conflict | Al Jazeera).
Auch im Libanon feiern die Christinnen und Christen des Landes, insbesondere im von Israel bombardierten Süden, Ostern dieses Jahr „mit einem bitteren Geschmack“, wie es in einem Beitrag des Sender France24 heißt (Libanon: In der Stadt Tyrus begehen Christen Ostern in einer Geisterstadt – France 24). Für die, die noch in ihren Heimatorten geblieben sind, ist es ein Ostern in Angst und oft auch mit weniger festlichen Mahlzeiten. Für andere ist es ein Ostern ohne Heimat, weil sie durch den Krieg vertrieben wurden.
Und so fällt das Osterfest in diesem Jahr in der Wiege des Christentums und für die dortigen Christinnen und Christen düster aus. Doch ist Ostern eben ein Fest, in das sich die Dramatik aus Verrat, Niedergang, Tod und Hoffnung durch Wiederauferstehung in einer engen Abfolge verdichtet und so rufen auch die Kirchenvertreter der Region dazu auf, die Hoffnung auch im Angesicht der durchaus bedrohlichen Lage nicht aufzugeben. Auch der Papst nahm in seinem Ostersegen Urbi et Orbi die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten auf und appellierte eindringlich an die Verantwortlichen Mächte:
„Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog! Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen!“ )Urbi et Orbi: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder!“ – Vatican News)
Und so bleibt nur die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft – wann die Zeit und der Mensch dafür auch reif sein mag.















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