AM 2. Juni wurden vier junge palästinensische Frauen, darunter auch Natalie Abudayyeh, ein Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche und Absolventin der deutschen Schule in Beit Jala, ohne nähere Begründung vom israelischen Militär aus ihrer Heimatstadt Bir Zait im Westjordanland entführt. Die Kleinstadt ist mehrheitlich christlich-arabisch bewohnt, hat aber auch einen muslimischen Anteil und verfügt über eine eigene Universität. Die vier Frauen wurden im Rahmen einer größeren Aktion des israelischen Militärs verhaftet, bei der insgesamt 31 Palästinenser*innen festgenommen wurden.
Zu dem Entführungsfall schrieb Dr. Imad Haddad, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land in einer Stellungnahme:
„Heute Morgen wurde Natalie Abudayyeh von israelischem Militär mit vorgehaltener Waffe aus ihrer Studentinnenwohnung in Birzeit zusammen mit drei anderen Frauen abgeführt. Die junge Frau ist ein hochgeschätztes Mitglied unserer Kirche. Wir sind zutiefst schockiert und entsetzt über diese Nachricht – und darüber, dass ihre Familie noch nicht weiß, wohin sie gebracht wurde. Natalie ist Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Reformationsgemeinde in Beit Jala und Absolventin der Schule Talitha Kumi. Sie studiert Medienwissenschaften und Journalismus an der Universität Birzeit.
Als Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land fordere ich die sofortige Freilassung von Natalie auf das Entschiedenste. Die gesamte ELCJHL steht in Solidarität mit der Familie Abudayyeh sowie den Gemeinden in Beit Jala und Birzeit. Gemeinsam beten wir inständig für Natales Sicherheit und Freiheit.
Es beunruhigt uns zutiefst, dass Natalie nun zu den Tausenden Palästinensern gehört, die ohne Anklage oder Prozess in israelischer Haft sind. Palästinensische Zivilisten – darunter Frauen und Kinder – erleiden in israelischer Militärhaft schweres Unrecht und werden oft monate- oder jahrelang ohne Begründung festgehalten.
Wir rufen unsere Freunde, Partner und Schwestern und Brüder in Christus auf der ganzen Welt auf, sich für Natales Freiheit einzusetzen – mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln – und ein Ende dieses ungerechten und ungerechten Systems der Festnahme und Inhaftierung zu fordern, das palästinensische Gemeinden lähmt und zerstört.“ (Quelle: Israelisches Militär verhaftet junge evangelische Christin in Birzeit – ehemalige Talitha-Kumi-Schülerin – Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk)
Das Vorgehen des israelischen Militärs stieß innerhalb der evangelischen Kirche auch in Deutschland auf große kritische Resonanz. Verschiedene hohe Kirchenvertreter äußerten sich zu dem Fall. Hierzu gehören unter anderem der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Frank Kopania, die badische Landesbischöfin Heike Springhart Bischof Dr. Stäblein sowie Präses Adelheid Ruck-Schröder der evangelischen Kirche von Westfalen.
Die einzelnen Statements können hier nachgelesen werden:
EKD-Auslandsbischof Frank Kopania in Sorge um palästinensische Christin Natalie Abudayyeh – EKD
Newsroom | Pressestelle der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
EKD-Auslandsbischof Frank Kopania in Sorge um palästinensische Christin Natalie Abudayyeh – EKD















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